Wohnsiedlung Struppler, Unterstammheim

Zwei Mehrfamilienhäuser, acht Doppeleinfamilienhäuser, zwei Tinihäuser, ein Doppeltinihaus

Bei Häberlin Architekten Müllheim

Städtebauliche Lage:

Stammheim besteht aus zwei gewachsenen Dorfkernen, Unterstammheim und Oberstammheim, die, ursprünglich als Strassendörfer, im Laufe der Zeit zu einem Dorf zusammengewachsen sind. Beide Dörfer biegen sich um einen Gürtel Rebenhänge und Wald.

Die gemeinsame Dorfstruktur erstreckt sich westlich bis zur Bahnlinie und Umgehungsstrasse. Westlich davon schliesst sich landwirtschaftliches Gebiet an.

Das Baugrundstück liegt in heterogenem Niemandsland. Wo bei den Dorfkernen eine einheitliche Struktur vorhanden ist, fehlt diese um das Baugrundstück herum.

Umgebung:

Im näheren Umfeld finden sich diverse Gebäudetypologien. Von alten, kleinen, übrig gebliebenen Weilerzentren über dazumal freistehende Bauernhöfe hin zu Reihenhäusern, Einfamilienhäusern, Wohnblöcken, alte, neue Schulbauten, Gewerbebetriebe mit jeweils unterschiedlichen Gebäudegrössen und Gebäudestrukturen.

Was recht auffallend ist, ist eine gute Infrastruktur. So finden sich diverse Gaststätten, eine Autowerkstatt, ein Dorfladen, eine Biobäckerei, ein Coiffeur, ein Veloladen, eine Schaubrauerei, sowie der Bahnhof in unmittelbarer Nähe.

Städtebau:

Die Gebäudestellungen nehmen zwei Hauptrichtungen auf. Die MFH A und B die Richtung der Bahnlinie und der Bebauung entlang des Bahnhofwegs, die DEFH und TINIH die Richtung der Bahnhofstrasse und deren Bebauung. Die, im Grundriss und im Volumen grösseren Bauten, die MFH, sind gegen Westen, zum Bahnhof hin orientiert, die im Grundriss und im Volumen kleineren Bauten DEFH und TINIH gegen Osten. Da die MFH ebenfalls zweigeschossig und mit zwei Quergiebel geplant sind, treten sie im Aufriss nahezu gleich wenig hoch wie die DEFH in Erscheinung.

Umgebungsgestaltung:

Auch die Umgebung unterscheidet sich zwischen Ost und West. Der westliche Teil der MFH zeigt sich mit einem geschwungenen Wegenetz, das östliche Grundstück mit orthogonalen Parzellen.

Die Wege sind in Asphalt gehalten und bieten so Kindern zum Velo und Trottinette fahren Platz. Die beiden Plätze, einer als Kleinkinderspielplatz, der andere als Begegnungsplatz gedacht, sind in Verbundstein gehalten. Die Grünflächen sollen zweierlei Qualität bieten, Zum einen als Rasen, zum anderen als Blumenwiese, die lediglich ein bis zwei Mal im Jahr einen Schnitt erfahren sollte. 

Konstruktion der Gebäude:

Die MFH sind in Massivbau geplant, mit äusserer Wärmedämmung. Die DEFH sind in Hybridbauweise angedacht, Keller, Geschossdecken und Häusertrennwände in Stahlbeton, Stahlstützen und Mauerwerk, die Gebäudehülle, nichttragend, in Holzbau. Die TINIH sind ganz in Holzbau geplant. 

Gestaltung der Gebäude:

Alle Gebäude sind aussen mit Holz verschalt. Im EG und OG mit einer waagerechten Schalung, im DG mit einer senkrechten. Die Holzfassaden werden mit schwedischen Naturschlammfarben gestrichen. Das Farbkonzept wird zu einem späteren Zeitpunkt der Bauverwaltung zur Genehmigung vorgelegt werden. 

Energiekonzept:

Bei allen Häusern sind im Grundsatz des Pufferraumes und des Energiesparens nicht beheizte Wintergärten vorgesehen. Diese Wintergärten sind in den maximal 20% Erhöhung der Überbauungsziffer nach § 256 PBG eingerechnet. Die gesamte Anlage wird sich an die Fernwärme anschliessen. Die nach Süden gerichteten Dächer, sowie beide Seiten des Doppel TINIH sind mit Photovoltaikanlagen vorgesehen.

 

Projektierungsphase Baugesuch 06.2022.