Primarschulanlage, Trotte Pfyn 

Bei Werner Keller Architekten Weinfelden

Pfyn, oder zu römischer Zeit Ad Fines, was „an der Grenze“ (die Grenze zweier römischer Kantone) bedeutet, war etwa 300 nach Christus ein römisches Kastell im südlichen Hinterland des Rheines (welcher damals die Grenze zwischen dem römischen Reich und den germanischen Stämmen bildete). Das Kastell Ad Fines war situiert auf einem kleinen Hügel am Ufer der damals meriandrierenden Thur. 

Im Mittelalter war Pfyn eine kleine, auf den Fundamentresten und in den Grenzen des Kastells, dichtbebaute Stadt mit einem Schloss (der späteren Primarschule). 

Im 18. – 20. Jahrhundert wurde der südliche Teil des Städtli komplett abgebrochen, zum Teil in die Thur gespült, so dass von der städtischen Struktur wenig übrig blieb. 

Im Wettbewerb nun war es unser Anliegen, dem „Städtli“ seinen Stadtcharakter wiederzugeben. Wir setzten hierfür am südwestlichen Rand eine kraftvolle Mauer, die die obere Stadt von der unteren Natur trennen soll. 

Die Trotte (eidgenössisch denkmalgeschützt) belichteten wir über einen Dachschlitz, der die gerade unterhalb, sehr gut erhaltene, quer durch das Gebäude laufende, römische Mauer belichtet.  

Wettbewerb 1988, Ausführung 1992 bis 1995. Publikation Hochparterre (CH) Oktober 1995. Auszeichnung „gutes Bauen in der Ostschweiz“ 1996.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

anno domini 300 und wettbewerb 1988